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Die Atomkatastrophe in Japan, März 2011 - Ursachen und Auswirkungen I - Kommentar

Die Atomkatastrophe in Japan, März 2011 - Ursachen und Auswirkungen I - Kommentare 13. - 18. März 2011

news-online/1000news.de, 13.3.2011, 19.30h / Kommentar  /Dass es schwierig ist, ein Land wie Japan rechtzeitig und ausreichend vor Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis zu schützen, konnten die Einwohnder des hoch industrialisierten Landes wissen und das daraus resultierende Risiko akzeptieren. Die nun hinzu gekommene Atomkatastrophe jedoch ist nicht unabwendbar und unvorhersehbar gewesen. Es handelt sich vielmehr um eine langfristig falsche Energiepolitik, eine zu große Technikgläubigkeit und eine völlig unzureichende Sicherheitspolitik. “Der drohende atomare Super-GAU” in Japan wird nach zwei Tagen Berichterstattung bereits zum festen Begriff in den deutschen Fernsehnachrichten und dann kommt die Atom-Diskussion in Deutschland wieder in Gang.

Das ist grundsätzlich zu begrüßen und energiepolitisch überfällig. Die Frage jedoch, wie die offenbar falsch und einseitig auf Atom ausgerichtete japanische Energiepolitik zu Stande kam, wer die japanische Regierung eigentlich bei der Auswahl und Installation der Atomtechnik beraten, beliefert und offenbar schlecht begleitet hat, geht dabei  anscheinend unter. (c) sfu 2006-2011 (Der Beitrag wird fortgesetzt)

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13.3.2011, 23.35h / Kommentar /  Prof. Edmund Lengfelder (Tschernobyl-Forscher, Otto Hugh-Institut, München) erklärt im tagesthemen-Interview, dass  in Japan allem Anschein nach gleich mehrere Kernkraftwerke  beschädigt und von der Kernschmelze bedroht sind (Austrittvon Cäsium etc.). Außerdem sei eigentlich eine Massenevakuiering der betroffenen Bevölkerung vorzusehen.

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news-online/1000news.de, 14.3.2011 / Kommentar / Die Tschernobyl-Experten wissen es seit April 1986, aber der Öffentlichkeit ist es nicht bewusst: Die Notfallpläne für einen Atomunfall in dicht besiedeltem Gebiet (z.B. Großraum Tokio/Japan/ Rhein-Main-Gebiet in Hessen/Deutschland) sind durchaus unbefriedigend. Auch hier gilt, dass man mit der Errichtung zahlreicher Kernkraftanlagen zwar eine tendenziell gefährliche Technologie installiert hat, aber für den Fall eines Super-GAUs nicht wirklich vorbereitet ist. Kann man einen Atomunfall im Ballungsgebiet wirklich üben?
In Japan jedenfalls werden deutsche Retter schon jetzt überall dort nicht eingesetzt, wo sie selbst dem Risiko der Verstahlung ausgesetzt wären. Das ist einerseits zwar nachvollziehbar, weil man die Gesundheit der Helfer schützen muss. Andererseits heißt dies für eine vergleichbare Atomkatastrophe bei uns, dass bei stärkerer Verstrahlung ganze Gebiete isoliert werden könnten und die Rettung ausbleibt.
Anmerkung Redaktion news-online/1000news.de: Die Redaktion ist bei diesem Thema gerne bereit, dazuzulernen, wenn bessere Rettungsaussichten bestehen als hier angenommen. Bitte schreiben Sie uns an: news-online(at)gmx.de. Danke

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news-online/1000news.de, 15.3.2011, 07.18h / Kommentar / Der Rettungseinsatz und die Lage-Einschätzung vor Ort scheinen sich - ähnlich wie bei anderen Katastrophensituationen (z.B. in Haiti) - deutlich von der jeweils in den Medien dargestellten aktuellen Problematik zu unterscheiden. Das lässt nur zwei Schlüsse zu: Entweder sind die jeweiligen Berichte aus Radio, Fernsehen und Zeitung bzw. Internet falsch, übertrieben und unzutreffend oder die gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Rettungseinsätze sind für die Praxis ungeeignet. Im Falle Japans und der dreifachen Megakatastrophe nach Erdbeben, Tsunami und Atomgau erscheinen Zahl, Verbleib und Aufgabenstellung der ausgesandten technischen Helfer aus Deutschland (THW) minimal. (c) sfu 2006-2011

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news-online/1000news.de, 17.3.2011, 20.15h / Kommentar:  Wer die von der Betreiberfirma Tepco jetzt frei gegebenen aktuellen Luftaufnahmen der verschiedenen Reaktorblöcke im japanischen Atomkraftwerk Fukushima betrachtet, kann nicht ernsthaft glauben, dass hier alle Brennkammern gelöscht und abgedichtet werden können. Schon jetzt gilt es als Erfolg, wenn nach dem Beschuss mit Wasser Dampf aufsteigt und man annehmen kann, dass die überhitzten Teile des jeweiligen Reaktors getroffen wurden. Die Strahlung ist inzwischen so stark, dass die Löschmannschaften sogar im Hubschrauber mit Vertrahlung zu rechnen haben, weil sie beim Überfliegen des schadhaften Zwischenlagers im Kernkraftwerk von der senkrecht nach oben konzentrierten Strahlung getroffen werden. Das gleiche Problem hat vorher die Fahrer der Löschfahrzeuge bzw. Wasserwerfer zögern lassen, nahe genug an die Reaktorblöcke heranzufahren. Dass das verbliebene Lösch- und Wachpersonal im Kernkraftwerk in Fukushima von den meisten Kommentatoren und Berichterstattern als “Todeskandidaten” bezeichnet wird, dürfte den Glauben an die Sicherheit und Berechenbarkeit der in Atomkraftwerken angewendeten Technologie auch bei manchem Befürworter der Kernenergie bei uns erschüttern. (c) sfu 2006-2011

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news-online/1000news.de, 18.3.2011, 21.15h / Kommentar: Neben den unsicheren Reparaturen in dem zerstörten Kernkraftwerk in Fukushima und der Ungewissheit, wie hoch die atomare Strahlung zur Zeit schon ist, stellt sich die Frage, wie es den über 500.000 von der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe direkt betroffenen Einwohnern aktuell geht. Kein Wasser, kein Strom, keine Heizung (bei Minustemperaturen), kaum Lebensmittel und oft nicht einmal ein Dach über dem Kopf - wie ist das in Japan, der drittstärksten Wirtschaftsnation der Welt, möglich? Hilfsgüter kommen nur langsam an, internationale Hilfe wurde erst spät angefordert und offenbar schlecht koordiniert, technisches Fachpersonal für den GAU im Kernkraftwerk trifft aus den USA erst nach einer Woche ein (!), die Feuerwehr der Hauptstadt Tokio schickt 130 ‘Freiwillige’ jetzt zum Todeseinsatz ins Atomkraftwerk nach Fukushima - diese Situation ist nicht nur tragisch, sondern auch ein Zeichen für schlechte Vorsorge, logistische Unfähigkeit und politisches Versagen. (c) sfu 2006-2011
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Nachbemerkung der Redaktion news-online/1000news.de: Johannes Hano berichtet am 18.3.2011, 19.30h in der Fernsehsendung ZDF spezial, dass die Betreiberfirma Tepco bereits am dritten Tag nach dem Erdbeben, also am Montag, den 24.3.2011, ihre Mitarbeiter ganz aus dem beschädigten Atomkraftwerk abziehen wollte. Nur auf Drängen der japanischen Regierung hin habe man bei Tepco weiter versucht, das Kernkraftwerk in Fukushima zu reparieren.

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